Verhandlungsmarathon in Athen - Söder plädiert für geordnete Insolvenz(Deutschlandfunk) In Griechenland sind die Verhandlungen über weitere internationale Hilfe in eine entscheidende Phase getreten. Ministerpräsident Papademos wollte erneut mit den Vorsitzenden der drei Koalitionsparteien zusammentreffen. Der Premier dringt darauf, das sie gemeinsam und öffentlich die von den internationalen Geldgebern verlangten Reformen mittragen. Wie es hieß, verständigten sich die Politiker gestern Abend bereits auf Ausgabenkürzungen von 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Allerdings seien sie sich über die Details nicht einig. Aus Protest gegen weitere Sparmaßnahmen kündigten die Gewerkschaften für morgen einen Streik an. Die Regierung in Athen muss sich nicht nur mit Vertretern der Troika von EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds verständigen. Auch die Einigung mit den privaten Gläubigern über einen Schuldenschnitt steht noch aus. Ohne weitere internationale Hilfe droht Griechenland schon kommenden Monat die Zahlungsunfähigkeit. Der bayerische Finanzminister Söder glaubt nicht mehr an eine Rettung des Landes. Der CSU-Politiker sagte im Deutschlandfunk, wenn die Griechen nicht in der Lage oder Willens seien, die Reformen umzusetzen, dann ergebe es keinen Sinn mehr. Aus seiner Sicht wäre eine geordnete Insolvenz für alle Beteiligten besser.
Deutsch-französische Regierungs-Konsultationen in Paris(Deutschlandfunk) Die Entwicklung in Athen steht auch im Mittelpunkt eines Treffens des deutsch-französischen Ministerrates in Paris. Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Sarkozy wollen mit zahlreichen Kabinettsmitgliedern über die Krise des Euro und die Fiskal- und Wirtschaftspolitik sprechen. Dabei geht es unter anderem um konkrete Vorschläge zu der geplanten einheitlichen Körperschaftssteuer. Im Anschluss an das Spitzentreffen werden sich Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Sarkozy gemeinsam zu den Ergebnissen äußern.
Oppositionelle: Armee nimmt Homs erneut unter Beschuss - zahlreiche Opfer(Deutschlandfunk) Syrische Truppen haben nach Angaben der Opposition die Stadt Homs erneut unter Beschuss genommen. Dabei seien mindestens 50 Menschen getötet worden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf den Syrischen Nationalrat. Aktivisten sagten, sie rechneten mit einer Großoffensive der Armee. Homs ist ein Zentrum des Widerstands gegen die syrische Staatsführung unter Präsident Assad. Die chinesische Regierung verteidigte ihr Veto gegen eine Syrien-Resolution im UNO-Sicherheitsrat. Ein Sprecher des Außenministeriums bezeichnete die Haltung Pekings als verantwortungsvoll. Man habe Gerechtigkeit in der Syrien-Frage gewahrt. Zugleich kündigte er an, China wolle weiter eine konstruktive Rolle übernehmen. Auch Moskau wehrte sich gegen Kritik. Außenminister Lawrow bezeichnete den Resolutionsentwurf erneut als einseitig. Die Reaktion des Westens auf das Veto Russlands sei überzogen gewesen.
Abbas soll palästinensische Übergangsregierung führen(Deutschlandfunk) Palästinenserpräsident Abbas wird als Ministerpräsident die gemeinsame Übergangsregierung von Fatah und Hamas führen. Darauf einigten sich die beiden rivalisierenden Gruppen bei ihren Gesprächen in Doha. Fatah und Hamas hatten bereits im vergangenen Jahr ein Versöhnungsabkommen geschlossen, mit dem das Ende der separaten Regierungen im Gazastreifen und im Westjordanland herbeigeführt werden soll. Die Umsetzung war aber unter anderem daran gescheitert, dass die Hamas den bisherigen Ministerpräsidenten Fajad ablehnte.
Rumänischer Regierungschef Boc tritt zurück(Deutschlandfunk) Der rumänische Ministerpräsident Boc hat seinen Rücktritt angekündigt. Mit diesem Schritt solle die Stabilität des Landes bewahrt und die soziale Lage entspannt werden, sagte Boc auf einer Kabinettsitzung in Bukarest. Hintergrund der Entscheidung sind die anhaltenden Massenproteste gegen die Sparpolitik der Regierung. Präsident Basescu ernannte inzwischen Justizminister Predoiu zum kommissarischen Regierungschef.
Feinstaubbelastung 2011 gestiegen - Spitzenreiter Stuttgart(Deutschlandfunk) Die Feinstaubbelastung in deutschen Städten ist im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Nach Angaben des Umweltbundesamtes lag sie über dem Niveau der Jahre 2007 bis 2010. Am stärksten betroffen war die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart. Der Präsident des Umweltbundesamtes, Flasbarth, betonte, die bundesweit rund 50 Umweltzonen seien ein geeignetes Mittel, um Emissionen zu begrenzen. Allerdings entstünden Stickstoffoxide und Feinstaub auch bei Verbrennungsprozessen in Industrie und Haushalten. - In den Umweltzonen der Innenstädte dürften nur schadstoffarme Personenwagen fahren.
Reallöhne in Deutschland 2011 um ein Prozent gestiegen(Deutschlandfunk) Die Löhne in Deutschland sind 2011 das zweite Jahr in Folge gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, legten die Bruttomonatslöhne preisbereinigt um durchschnittlich ein Prozent zu. Einen höheren Kaufkraftgewinn verhinderten stark gestiegene Verbraucherpreise. Die Teuerung lag mit 2,3 Prozent mehr als doppelt so hoch wie 2010. Dadurch blieb vom nominalen Lohnplus von 3,3 Prozent nur ein Prozent übrig.
Behördenchef: Stasi wollte Neonazis nicht wahrhaben(Deutschlandfunk) Der Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde, Jahn, sieht Ursachen für Rechtsextremismus in Ostdeutschland auch in Entwicklungen in der früheren DDR. Die Stasi-Akten belegten, dass es Gruppierungen gegeben habe, die den Nationalsozialismus und die SS verherrlicht hätten, sagte Jahn der "Berliner Zeitung". Die Stasi habe diese Entwicklungen wie alles andere im Blick gehabt. Allerdings habe sie nicht deren Ursachen erforscht, sondern vielmehr beweisen wollen, dass rechtsextremistische Positionen vom westlichen Klassenfeind gekommen seien, kritisierte Jahn. In Sachsen beschäftigt sich die Parlamentarische Kontrollkommission des Landtags erneut mit der Zwickauer Neonazi-Zelle. Das Gremium will prüfen, ob es beim sächsischen Verfassungsschutz Ermittlungspannen gab.
Streik im französischen Luftverkehr hat begonnen(Deutschlandfunk) Flugreisende in Frankreich müssen bis Donnerstagabend mit erheblichen Verspätungen und Ausfällen rechnen. Am Morgen begann ein für vier Tage angesetzter Streik, an dem sich das Bodenpersonal, aber auch Piloten und Flugbegleiter beteiligen. Sie protestieren mit den Arbeitsniederlegungen gegen Pläne der Regierung, das Streikrecht an Flughäfen einzuengen. So sollen Mitarbeiter ihre Aktionen künftig mindestens 48 Stunden vorher bekanntgeben müssen.
Queen begeht 60-jähriges Thron-Jubiliäum(Deutschlandfunk) In Großbritannien begeht Queen Elizabeth die Zweite heute ihr 60-jähriges Thron-Jubiläum. Offiziell gefeiert wird der Jahrestag der Thron-Besteigung erst Anfang Juni. Dazu wurde ein Feiertag genehmigt. Die 85-Jährige war nach dem Tod ihres Vaters George der Sechste zur britischen Königin ausgerufen worden.
Wetter: Überwiegend sonnig, im Nordwesten und Südosten stark bewölkt, -2 bis -10 Grad(Deutschlandfunk) Das Wetter: Heute sonnig, nur im Nordwesten vorübergehend bewölkt. Höchsttemperaturen minus 4 bis minus 10 Grad, im Osten und Süden bis minus 15 Grad. Morgen im Osten noch stark bewölkt mit einzelnen Schneefällen. Im Nordwesten zunächst noch trocken, später auch dort Bewölkung und geringer Schneefall. Werte minus 3 Grad an der See und minus 12 Grad im Osten. Die weiteren Aussichten: Am Mittwoch auflockernde Bewölkung und gelegentlich sonnig. Minus 1 bis minus 8 Grad.