"Ich freue mich sehr, dass mittlerweile alleine auf 20 städtischen Dächern rund 6.000 Quadratmeter Solarstrommodule entsprechend 625 Kilowatt-Peak installiert wurden. Dies reicht um 151 Haushalte in Osnabrück ganzjährig mit Solarstrom zu versorgen und erspart der Umwelt 326 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr", sagte Oberbürgermeister Boris Pistorius.
Die Stadt Osnabrück hat die zur Realisierung des Projektes erforderlichen etwa 1100 Quadratmeter Dachfläche zur Verfügung gestellt. Bereits seit 2004 überlässt die Stadt Osnabrück Investoren und Betreibergesellschaften kommunale Dachflächen für die Installation solarer Stromerzeugungsanlagen.
Die von der Firma Rainbows End Solartechnik GmbH an der Klöcknerstraße installierte Photovoltaikanlage verfügt über eine Leistung von 46,2 Kilowatt-Peak. Es kommen 264 so genannte monokristalline Solarmodule zum Einsatz, die als Neuerung über ein spezielles hochdurchlässiges Glas mit einer Antireflexbeschichtung verfügen. "Hierdurch wird die Effizienz noch einmal um etwa 4 Prozent gesteigert. Wir rechnen mit einer jährlichen Stromerzeugung von 42.000 Kilowattstunden, obwohl die Anlage nicht optimal nach Süden ausgerichtet ist", erklärte Claus Stickann.
Die Anlage wird betrieben von der RE-MITA-Renten GbR, einer Gesellschaft, die alle Firmenmitarbeiter gründeten. Alle Mitarbeiter sind mit gleichen Anteilen beteiligt.
Ein Vergleich zu der Entwicklung im Bundesgebiet zeigt, dass der deutschlandweit festgestellte Boom beim Ausbau der Photovoltaik (+ 50 Prozent) in Osnabrück im Jahr 2009 weit übertroffen werden konnte. So stieg die installierte Leistung in Osnabrück um gut 74 Prozent gegenüber Ende 2008 auf 4.113 Kilowatt-Peak (Stand: 30. März 2010). Damit können rechnerisch knapp 1.000 Osnabrücker Haushalte über das ganze Jahr mit solarem Strom versorgt werden.
Besonders bemerkenswert dabei ist, dass dieser Zubau ausschließlich auf der Installation von Dachanlagen beruht, wogegen die Dynamik des bundesweiten Ausbaus zu einem Großteil durch Freiflächenanlagen mit jeweils mehreren Megawatt Leistung hervorgerufen wurde.
Vor dem Hintergrund der angekündigten Absenkung der Einspeisevergütung, die zum 1. Juli 2010 geplant war, hat sich die Nachfrage nach neuen Photovoltaik-Anlagen auch im ersten Halbjahr 2010 in noch stärkerem Maße fortgesetzt. Nachdem seit Inbetriebnahme der ersten Anlage in Solaranlage 1992 bis Ende 2009 423 weitere Solarstromanlagen mit einer Gesamtmodulfläche von etwa 40.000 Quadratmeter hinzu gekommen sind, erhöhte sich die Anzahl allein im ersten Halbjahr dieses Jahres um mehr als 20 Prozent. Damit steigt Osnabrück in der bundesdeutschen Solarliga, an der 47 Großstädte über 100.000 Einwohner teilnehmen voraussichtlich um einen Tabellenplatz auf und landet nach Münster auf Platz 10. Die ersten acht Plätze werden ausschließlich von Städten im sonnenreicheren Süden Deutschlands eingenommen.
Die überproportionale Entwicklung von Solarstromanlagen auf Osnabrücker Dächern wird einerseits auf die erfolgreiche Zur-Verfügung-Stellung von Dachflächen seitens der Stadt Osnabrück als auch die erfolgreiche Anwendung des kommunalen Projektes SUN-AREA sowie des Nachfolgeprojektes SUN-POWER zurückgeführt. Als erste deutsche Kommune stellte Osnabrück 2008 ein vollständiges Solarpotenzialkataster ins Netz (www.osnabrueck.de/sun-area). Mittlerweile haben mehr als 150 Städte und Gemeinden diese Idee übernommen. Osnabrücker Bürger können auf diesem virtuellen Stadtplan das solare Strahlungspotenzial und weitere Informationen zur Photovoltaik-Eignung ihres Daches abrufen.
Auch die Summe der Kollektorfläche zur solaren Wärmeerzeugung steigt in Osnabrück stetig. Nach dem bisher besten Jahr 2008 (+26 Prozent) stieg die Kollektorfläche bis heute nochmals um knapp 22 Prozent auf jetzt 8.941 Quadratmeter an.
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