Das Rathaus in Osnabrück.

OMT & IHK: Städtetourismus ist Millionenmarkt für Osnabrück

Die Bedeutung des Tourismus für die Stadt Osnabrück ist deutlich gestiegen. Dies ist das Kernergebnis einer Studie, die die dwif-Consulting GmbH aus München im Auftrag der Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH (OMT) durchgeführt hat. Datengrundlage ist das Jahr 2009. Die Studie stellten IHK Osnabrück-Emsland und OMT nun gemeinsam mit dem Oberbürgermeister Boris Pistorius vor. Nach vorherigen Analysen aus dem Jahr 2006 und einer IHK-Studie 2007 ist dies die dritte Untersuchung zum Tourismus als Wirtschaftsfaktor für die Stadt.

Die aktuellen Ergebnisse belegen eine positive Entwicklung. Der touristische Gesamtumsatz liegt bei mehr als 470 Mio. Euro. Damit ist er gegenüber der letzten Untersuchung um rund 80 Mio. Euro angestiegen. Oberbürgermeister Pistorius sagt dazu: "Das Kulturangebot, der Zoo, der VfL oder auch Events wie die Maiwoche und der Historische Weihnachtsmarkt sind nicht nur große Zugpferde, sondern auch touristische Botschafter der Friedensstadt."

"Die amtliche Statistik weist für die Stadt Osnabrück in den letzten zehn Jahren eine Steigerung der Zahl der Übernachtungen um fast 20 % aus. Dies ist für den Städtetourismus aber nur die "halbe Wahrheit", erläutert Marco Graf, IHK-Hauptgeschäftsführer. Denn daneben führten über 15 Millionen Tagesreisen und rund 1,3 Millionen sogenannte "Sofa-Touristen" (Gäste, die bei Bekannten oder Verwandten kostenlos übernachten) zu weiteren Umsätzen in der Stadt. "Die Studie trägt dazu bei, die Emotionalität der bunten Bilder um die betriebswirtschaftliche Wirklichkeit des Städtetourismus zu ergänzen. Politische Beschlüsse zur Unterstützung der touristischen Infrastruktur können nun genauso fundiert beraten werden, wie private Investitionsentscheidungen von Hoteliers und Restaurantbesitzern", erläutert Graf.

Oliver Mix, Geschäftsführer der OMT, leitete aus den Ergebnissen die nahen Zukunftsplanungen ab: "Wir haben noch Luft nach oben. Wir setzen darauf, Osnabrück kontinuierlich als Ziel für Tages- und Übernachtungsgäste durch neue Angebote attraktiv zu entwickeln. Insbesondere das intensive Auslandsmarketing z.B. in den Niederlanden steht erst am Anfang."

Die Akteure sind sich darüber einig: Gemeinsam müsse weiter an Rahmenbedingungen gearbeitet werden, die "Marke" Osnabrück noch gezielter zu etablieren und die Attraktivität als Übernachtungs-, Event- und Tagesausflugsziel zu steigern. Dazu Dieter Rauschen, Vorsitzender des Osnabrück City Marketing e. V. (OCM): "Wir sind ein starker Handelsstandort und verfügen über ein attraktives Angebot in nahezu jedem Sortimentsbereich. Zusammen mit der Atmosphäre der Stadt sind das einmalige Pluspunkte." Hans Klute, Hotelier und örtlicher DEHOGA-Vorsitzender ergänzt: "Das Gastgewerbe ist gut aufgestellt und verfügt über ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Darüber hinaus kommt uns als "Stadt der kurzen Wege" zugute, dass wir als Tagungsstandort immer attraktiver werden."

Hintergrund: Für die Auswertung des Wirtschaftsfaktors wurden insgesamt drei Kategorien berücksichtigt: Die Übernachtungen in Betrieben mit mehr als acht Betten  (370.000), in kleineren Betrieben und bei Privatvermietern (83.000) sowie der Tagesbesucherverkehr (ca. 15,1 Mio. Gäste). Mehr als 9.000 Personen (inkl. Nicht-Erwerbstätiger, aber mitzuversorgender Haushaltsmitglieder) bestreiten mit einem durchschnittlichen Einkommen ihren Lebensunterhalt durch den Tourismus.

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